Café au lait
Eines Tag’s ergab es sich
dass ich ein Café betrat.
Kaum angekommen frag’t ich mich
was mich getrieben hat.
Da sah an einem kleinen Tisch
ich sitzen eine Frau.
Mein Gott, die war so wunderschön –
ob ich mich dahin trau?
Ich nahm mein Herz in beide Hände
und ging zum Tisch, an dem sie saß.
Mein Gesicht so weiß wie Wände,
meine Hände klitschenass.
Ich räusperte mich ganz dezent
damit sich mich bemerkt.
Sie schaut mich an und man erkennt
das war wohl doch verkehrt.
Oh, oh, wenn das kein Fehler war
’ne Frau mit diesem Blick
die bricht ’nem Mann, das wird mir klar
ganz locker das Genick.
Ich wollte schnellstens weg von hier.
Schnell weg und an die Bar.
Dann einen Schnaps und auch ein Bier
vergessen, was grad‘ war.
Ich wollte wohl – ich konnte nicht,
als wäre ich aus Stein,
als plötzlich sich in ihr Gesicht
ein Lächeln stahl hinein.
Es war, als würde in dem Raum
die Sonne mir erscheinen.
War all das echt – war’s nur Traum?
Sie riss mich von den Beinen.
Irgendjemand fragte dann –
Huch, das kam von mir… –
ob man vielleicht irgendwann
sich setzen könnte hier.
Und lächelnd kam ein „gern“ zurück.
Das hät‘ ich nie gedacht.
Was hat mir für ein großes Glück
an diesem Tags gelacht.
Wir schwatzten, unterhielten uns
bestellten was zu Essen.
Und schneller, als man denken kann
war alle Zeit vergessen.
Die Stunden waren wunderbar,
ich wollte gar nicht geh’n.
Doch würden wir, das war ganz klar,
uns schnellstens wieder sehen.
Und jetzt?
Schon lange sitzt die schöne Maid
bei mir zuhaus‘ am Platz.
Ich sag‘ ihr jetzt und alle Zeit
„Ich liebe dich, mein Schatz!“
© Sean Conrad